Abhilfe gegen Babyweinen

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Damit ein Baby nicht mehr weint, ist es am besten, wenn man die Ursache für das Weinen behebt.

Bei Hunger oder einer vollen Windel ist das meistens auch leicht möglich.

Doch es gibt zahlreiche Gründe für Babyweinen, die man nicht so einfach oder gar nicht abstellen kann.

Dann ist es sowohl für das Baby als auch für die Eltern eine Wohltat, wenn es gelingt, das Baby zu beruhigen.

Wenn sich das Baby erst einmal beruhigt hat und möglicherweise ein paar Stunden schläft, geht es ihm anschließend meistens wieder besser.

Pucken

Mit dem Pucken wurde kürzlich eine jahrtausendealte Baby-Beruhigungsmethode wieder entdeckt.

Beim Pucken wird das Baby stramm in ein Tuch gewickelt, sodass es nicht mit den Armen zappeln kann.

Dadurch wird das Baby an die Enge des Mutterleibs erinnert und fühlt sich geborgen.

Die intensiven Armbewegungen, die ein kleines Baby häufig macht, sind nur in den wenigsten Fällen ein Ausdruck seiner Lebensfreude. Meistens ängstigt sich das Baby, dass es um sich herum keinen Halt verspürt. Die Armbewegungen sind der Versuch, einen Halt zu finden.

Unsere Vorfahren wussten, dass ein Baby in den ersten Lebensmonaten gerne möglichst ähnlich wie im Mutterleib lebt. Daher wickelten sie es stramm ein, sodass es sich kaum bewegen konnte.

Doch in der Zeit der Aufklärung, im 18. Jahrhundert, kamen einige schlaue Männer auf die Idee, dass sich ein Baby nicht gut genug entfalten könne, wenn es eingewickelt ist. Da man diesen Männern mehr glaubte als der jahrtausendealten Erfahrung der Mütter und Großmütter, wurde das Einwickeln nach und nach abgeschafft, zumindest in den Industrieländern.

In vielen sogenannten Entwicklungsländern wurde das Einwickeln beibehalten. Forscher aus den Industrieländern staunten immer wieder, warum die dortigen Babies so wenig schreien.

Durch diese Beobachtungen inspiriert, wurde auch in den Industrieländern das Einwickeln wieder eingeführt. In Deutschland wird es meistens "Pucken" genannt, in englischsprachigen Ländern "swaddling".

Pucken kann vor allem für ausgiebig schreiende Babies ein Segen sein.

Sie fühlen sich geborgener und halten diverses Ungemach wie Blähungen, fremde Welt, Alleinsein und flach im Bett liegen deutlich besser aus.

Wer ein Schreibaby hat, sollte das Pucken unbedingt mehrmals ausprobieren, denn es könnte die Situation deutlich verbessern.

Pucken eignet sich vor allem für Babies im ersten Lebenshalbjahr. Danach brauchen die meisten Babies es nicht mehr und wollen sich gerne freier bewegen.

Je nach Bedarf des Babies kann man es nur für ein paar Stunden täglich pucken, beispielsweise zum Schlafen oder man puckt es den größten Teil des Tages.

Man kann zum Pucken wahlweise ein einfaches Moltontuch verwenden oder einen speziellen Pucksack. Der Pucksack ist jedoch nur geeignet, wenn auch die Arme stramm eingewickelt sind. Das ist nicht bei allen Pucksäcken der Fall.

Im Laufe der Monate braucht ein Baby natürlich größere Tücher oder Pucksäcke.

Ganz wichtig beim Pucken ist, dass man das Baby möglichst stramm einwickelt. Auch durch Zappeln sollte sich das Puck-Paket nicht auflösen. Keine Sorge, das Baby leidet nicht unter strammen Einwickeln. Das Pucken ist aber nutzlos, wenn es zu locker ist.

Wichtig ist auch, dass die Arme seitlich neben dem Körper liegen, wenn man das Baby einwickelt. Zwar liegen die Arme beim Baby im Mutterleib angewinkelt vor der Brust. Aber in dieser Haltung könnte das Baby die Arme in Windeseile aus dem Pucksack befreien und der Nutzen des Puckens wäre dahin.

Generell sollte man ein Baby unter dem Pucksack nicht zu warm anziehen.

Wenn ein Baby Fieber hat, sollte man es nicht pucken, damit es nicht überhitzt.

Auch wenn das Baby ein Problem mit den Hüftgelenken hat, kann Pucken problematisch sein, zumindest was das enge Einwickeln der Beine angeht. Fragen Sie Ihren Arzt, ob und wie Sie das Baby trotz Hüftgelenksdysplasie pucken dürfen.

Am besten lässt man sich das Pucken von einer erfahrenen Hebamme zeigen. Falls das nicht möglich ist, können Videos im Internet eventuell Abhilfe schaffen. Die gezeichneten Anleitungen, die man überall findet, sind häufig fehlerhaft, weil sie beispielsweise die Arme nicht fest genug mit einwickeln.

Tragen

Viele Babies lieben es, herum getragen zu werden und beruhigen sich schnell, sobald sie auf dem Arm sind.

Viele Baby-Experten sind der Überzeugung, dass Babies eigentlich Traglinge sind. Das bedeutet, dass es für ein Baby der natürliche Zustand ist, getragen zu werden.

Wenn Babies mit Worten ihre Meinung sagen könnten, würden die meisten dieser Ansicht bestimmt zustimmen. Da sie jedoch noch nicht sprechen können, zeigen sie ganz deutlich, dass sie gerne getragen werden.

Getragen-Werden kommt dem Leben im Mutterleib relativ nahe. Das Baby spürt die Körperwärme, die Atmung und den Herzschlag des tragenden Erwachsenen. Es fühlt sich umhüllt, geborgen und hat Teil an den Bewegungen des Trägers, beispielsweise beim Gehen. Babies lieben die rhythmischen Bewegungen des Alltags (siehe Seite 68).

Man braucht auch keine Angst haben, dass Babies vom Tragen verwöhnt werden, auch wenn Manche das immer noch behaupten. Kleine Babies kann man noch nicht verwöhnen. Dazu sind sie sich ihrer Handlungen und ihrer Umgebung noch nicht bewusst genug. Kleine Babies sind in erster Linie Empfindungswesen. An ihnen ist nichts Berechnendes. Erst wenn ein Baby zum Kleinkind heranwächst, kann es verwöhnt werden.

Für das Tragen eines Babies braucht man nur ein bis zwei Arme. Man kann ein Baby ohne jedes Hilfsmittel auf den Arm nehmen und ihm dieses besondere Wohlgefühl bieten.

Doch wenn man ein Baby sehr viel trägt, werden die Arme lahm und kraftlos. Außerdem ist es im Alltag sehr praktisch wenn man die Arme frei hat.

Daher gibt es Tragehilfen für Babies. Man hat die Wahl zwischen dem klassischen Tragetuch und ausgefeilten Tragesäcken. Ein Tragetuch wird um den Körper von Träger und Baby gewickelt und verknotet. Je nach Alter des Babies wird es unterschiedlich gewickelt. Man kann Babies vom Neugeborenen-Alter bis zu einem Gewicht von etwa 15 kg im Tragetuch tragen.

Als Alternative zum Tragetuch gibt es Tragehilfen mit Sitzvorrichtung, Trägern und Hüftgurt. Diese Tragehilfen sind meistens etwas einfacher anzulegen als ein Tragetuch, aber weniger flexibel in der Anwendung. Je nach Tragehilfe kann man in ihr schon Neugeborene tragen oder erst ältere Babies.

Beim regelmäßigen Tragen ist es ganz wichtig, dass das Baby in der Anhock-Spreizhaltung sitzt, also breitbeinig mit relativ hochgezogenen Beinchen. Das entspricht der natürlichen Haltung, mit der man ein größeres Baby auf die Hüfte setzt. Durch die Anhock-Spreizhaltung kann sich die Hüfte des Babies gesund entwickeln. Bei herunter hängenden Beinen könnte es zu Hüftgelenksproblemen kommen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Tragen in der Tragehilfe ist, dass das Baby immer mit dem Gesicht zum Träger getragen werden sollte. Wenn das Gesicht der Umgebung zugewandt ist, hat das Baby zwar eine gute Aussicht, aber es ist nicht geschützt vor all den Reizen der Umwelt. Das kann zu einer heftigen Reizüberflutung führen, die den ganzen positiven Effekt des Tragens zunichte macht. Außerdem sitzen Babies in Tragehilfen, die ein nach-vorne-schauen ermöglichen, meistens auf einem relativ schmalen Steg. Das Sitzen drückt dann auf die empfindlichen Genitalien des Babies.

Beim Kauf einer Tragehilfe sollte man daher unbedingt darauf achten, dass die Anhock-Spreizhaltung möglich ist und dass das Baby nicht nach vorne schaut. Es gibt bekannte Marken-Tragehilfen, die in dieser Hinsicht sehr ungünstig sind. Viele andere Tragehilfen setzen die Anforderungen an gesundes Tragen vorbildlich um.

Flieger

Der Flieger ist eine beliebte Spezial-Tragetechnik. Beliebt ist der Flieger vor allem bei kleinen Babies, die intensiv und ausdauernd schreien. Manche dieser Babies lassen sich nur durch den Flieger beruhigen.

Weil der Flieger nach einer Weile relativ anstrengend für die Arme wird, wird er bevorzugt von Vätern ausgeführt, obwohl natürlich auch Mütter ihr Baby in Fliegerposition tragen können.

Beim Flieger liegt das Baby mit dem Bauch nach unten auf dem Unterarm des Trägers. Die ausgebreitete Hand trägt das Bäuchlein, das meistens schmerzhaft verkrampft ist. Der Kopf des Babies ruht in der Ellenbeuge und wird dort gehalten, unterstützt vom Körper des Trägers. Anfangs kann man das Baby, insbesondere den Kopf, noch mit der anderen Hand zusätzlich festhalten. Mit etwas Erfahrung gelingt der Flieger jedoch auch einarmig.

Besonders gut wirkt der Flieger, wenn er mit Bewegung kombiniert wird, beispielsweise Auf- und Abgehen oder Schaukeln. Auch leichtes Tanzen erfreut sich großer Beliebtheit.

Ausdauernde Babies können ihren Vater so die ganze Nacht über auf Achse halten. Meistens schlafen sie jedoch nach einer Weile ein und lassen sich ins Bett legen.

Schaukeln

Schaukelnde Bewegungen sind einer der Grundpfeiler der Baby-Beruhigung.

Dabei geht es meistens weniger um große Schaukel-Bewegungen, wie sie von großen Kindern auf dem Spielplatz genossen werden.

Viel mehr geht es um kleine, schnelle Schaukel-Bewegungen. Man könnte es auch als sanftes Rütteln, Schuckeln oder Wippen bezeichnen.

Wichtig ist, dass die Bewegung rhythmisch und gleichmäßig ist. Prinzipiell sollte die Bewegung sanft sein, sie kann aber durchaus etwas kräftig werden, wenn das Baby es so mag. Gut geeignet sind Bewegungen, die daran erinnern, wie die Mutter geht, beispielsweise beim Spaziergang oder wenn sie die Treppe herunter geht.

Keineswegs sollte man beruhigendes Schaukeln jedoch mit aggressivem Schütteln verwechseln. Schütteln ist für Babies sehr gefährlich, weil ihr Gehirn gegen die Schädelknochen geschlagen wird (siehe Seite 18).

Freundliches Schaukeln ist jedoch ein wohliges Labsal für ein unruhiges Baby.

Deshalb gibt es für Babies auch Wiegen, Wippen, automatische Schaukeln und dergleichen.

Wenn man mit einem Baby spazieren geht, kommt es in den Genuss des Schaukelns.

Auch ohne Gehen kann man das Baby schaukeln. Das ist die normale Bewegung der meisten Großmütter, wenn sie ein Baby auf den Arm nehmen. Schaukelbewegungen kommen auch beim beliebten Flieger zum Einsatz.

Eine Fahrt im Kinderwagen bietet auch sanfte Schaukelbewegungen und manchmal leichtes Rütteln, sodass eine Spazierfahrt mitunter sehr beruhigend wirken kann.

Wenn man ein schaukelbegeistertes Baby zum Schlafen bringen will, kann man es in eine Wiege legen und schaukeln bis es eingeschlafen ist.

Pezziball

Wenn das Baby darauf besteht, dass es auf dem Arm gehalten und geschaukelt wird, kann das auf Dauer ziemlich anstrengend sein.

Damit man länger durchhält, kann man sich einen Pezziball anschaffen. Das ist ein großer Ball, auf dem man sitzen kann.

Auf diesen Ball setzt man sich, mit dem Baby auf dem Arm.

Dann wippt man auf dem elastischen Ball auf und ab.

Diese Bewegung ist erheblich weniger anstrengend als Baby-Schaukeln mit reiner Armkraft.

Autofahren

Auch wenn es zunächst absurd klingt: Autofahren ist eine verbreitete, erfolgreiche Methode, um Schreibabies zu beruhigen. Auch beim Einschlafen kann Autofahren eine effektive Hilfe sein.

Manche Babies lassen sich nur beruhigen, wenn man mit ihren Auto fährt.

Das ist natürlich eine starke Belastung für die Eltern und sehr lästig.

Aber bevor das Baby ununterbrochen schreit und gar nicht mehr schläft, ist man froh zu wissen, dass Autofahren helfen kann.

Beim Autofahren kommen gleichmäßige Bewegung und gleichmäßige Geräusche zusammen.

 

Weißes Rauschen

Im Mutterleib ist es erstaunlich laut. Manche Fachleute behaupten, es sei dort so laut wie ein Staubsauger.

Die Geräusche im Mutterleib kommen vom rauschenden Blut, der Atmung und den Verdauungsorganen. Insgesamt sind diese Geräusche weitgehend regelmäßig und eintönig.

In der Lehre der Akustik spricht man bei solchen Geräuschen auch vom weißen Rauschen.

Weil das Baby sein bisheriges Leben im Mutterleib verbracht hat, ist es an gleichmäßige, zischende und rauschende Geräusche gewöhnt.

Ohne solche Geräusche fühlt sich das Baby unwohl, weil Stille für das Baby fremd ist.

Es ist also überhaupt nicht förderlich für das Wohlbefinden des Babies, es ausgeprägter Stille auszusetzen. Mit Stille kommt es erst im Laufe der Zeit klar.

Natürlich sind auch plötzliche, laute Geräusche nicht angenehm für das Baby. Es kann sich durch plötzliche Geräusche sehr erschrecken.

Am wohlsten fühlt es sich, wenn es von gleichmäßigen Geräuschen umgeben ist.

Das kann das Atmungs-Geräusch eines nahestehenden Erwachsenen sein oder auch unsinnig klingende Schsch-Geräusche beim Versuch, das Baby zu beruhigen.

Erstaunlicherweise wirken auch so unangenehme Geräusche wie vom Föhn oder Staubsauger beruhigend auf viele Babies. Manch ein Baby schläft nur beim Föhngeräusch ein. Man kann dann den Föhn aufnehmen und eine CD daraus zusammenstellen, um nicht immer den Föhn anstellen zu müssen.

Singen

Lieder sind eine Möglichkeit, Babies mit angenehmen Geräuschen zu besänftigen.

Das wissen Mütter und Großmütter schon seit Jahrtausenden. Darum gibt es auch so viele Kinder- und Schlaflieder.

Eine Lied bietet durch den Rhythmus eine gewisse Gleichmäßigkeit. Die Melodie ist etwas Interessantes, das die Aufmerksamkeit des Babies fesseln kann. Außerdem erinnert die Melodie an die Stimme der Mutter, die das Baby schon aus der Schwangerschaft kennt.

Damit man dem Baby einige Lieder vorsingen kann, ist es sinnvoll, rechtzeitig ein paar Kinderlieder zu lernen, falls man sie vergessen hat. Insbesondere Schlaflieder sind dazu geeignet, Babies zu beruhigen.

Wer sich normalerweise nicht traut, zu singen, braucht sich bei Babies deswegen keine Sorgen zu machen. Das Baby freut sich auch über eine krächzende Stimme und urteilt nicht. Es freut sich über die liebevolle Zuwendung.

Spieluhr

Eine Spieluhr kann zeitweise ein guter mechanischer Ersatz für menschliches Singen sein.

Das Gute an einer Spieluhr ist der gleichmäßige Klang.

Als besonders günstig hat es sich herausgestellt, wenn ein Baby die Melodie der Spieluhr schon aus dem Mutterleib kennt.

Man sollte die Spieluhr also schon in der Schwangerschaft kaufen und sie dem Baby immer mal wieder vorspielen, mit der Spieluhr am Bauch.

Schnuller

Ein Schnuller ist ein sehr umstrittenes Hilfsmittel zur Beruhigung von Babies.

Gegner des Schnullers kritisieren, dass man ein Baby mit dem Schnuller lieblos abfertigen könne. Außerdem könne ein Schnuller zur Gewöhnung führen. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille.

Wer sein Baby lieblos abfertigen will, kann das auch ohne Schnuller tun.

Wer sich hingegen liebevoll um sein Baby kümmert, wird das auch mit Schnuller tun. Es hilft sogar beim liebevollen, entspannten Umgang mit dem Baby, wenn es sich dank Schnuller leichter beruhigen lässt.

Ein Schnuller ist vor allem für Babies geeignet, die ein sehr stark ausgeprägtes Saugbedürfnis haben. Wenn ein Baby weiter saugen will, obwohl es schon so satt ist, dass es die Milch ausprustet, könnte ein solch verstärktes Saugbedürfnis vorliegen.

Mithilfe des kleinen Fingers kann man ein starkes Saugbedürfnis zeitweise befriedigen. Doch kaum ein Erwachsener hält es aus, täglich zehn Stunden lang den kleinen Finger in einen Babymund zu halten. Nicht nur, dass der Arm nach einer Weile lahm wird. Irgendwann brauchen die meisten Erwachsenen ihre Hand auch für andere Aufgaben.

In solch einer Situation kann ein Schnuller einspringen.

Wenn klar ist, dass das Baby immerzu saugen will, weit über den Hunger hinaus, dann kann ein Schnuller eine große Hilfe sein.

Damit es nicht noch im Kindergarten am Schnuller hängt, ist es sinnvoll, den Schnuller etwa im Alter von sechs Monaten durch Beißringe und ähnliches zu ersetzen.

Die 5-S-Methode von Dr. Harvey Karp

Der amerikanische Kinderarzt Dr. Harvey Karp hat sich in den letzten Jahrzehnten intensiv mit der Beruhigung von weinenden Babies beschäftigt.

Das Ergebnis seiner Untersuchungen ist eine Beruhigungsmethode, bei der klassische und vergessene Einzelmethoden miteinander kombiniert werden.

Diese Beruhigungsmethode ist sehr erfolgreich bei vielschreienden Babies. Sie hilft auch gut beim Einschlafen und länger schlafen.

Über seine Theorien und Methoden hat Dr. Karp ein Buch mit dem Titel "Das glücklichste Baby der Welt" geschrieben und eine DVD gefilmt. Eltern eines Schreibabies sollten sich sowohl Buch als auch DVD anschaffen, und die vorgeschlagenen Methoden ausprobieren. Bei vielen Schreibabies wirken sie geradezu Wunder.

Hier nur eine kurze Zusammenfassung der Theorien und Methoden von Dr. Karp, damit Sie wissen, worum es geht.

Dr. Karp geht davon aus, dass Babies eigentlich unreif geboren werden, weil ihr großer Kopf sie zu einer frühen Geburt zwingt. Ähnlich wie ein Känguruhbaby müssen sie in ihren ersten Lebensmonaten noch nachreifen, bis sie sich der Welt unerschrocken stellen können. Die drei Monate nach der Geburt werden als viertes Trimester bezeichnet (siehe Seite 49).

Außerdem schreibt Dr. Karp von einem Beruhigungsreflex, den alle Babies natürlicherweise haben sollen. Dieser Reflex soll in erster Linie dazu beitragen, dass das Ungeborene im Mutterleib ruhig genug bleibt, um dort keinen Schaden anzurichten. Der Beruhigungsreflex ist aber auch nach der Geburt sehr hilfreich, um ein intensiv weinendes Baby zu beruhigen.

Mit der Beruhigungsmethoden-Kombination von Dr. Karp soll dieser Beruhigungsreflex ausgelöst werden.

Die Beruhigungsmethode wird die 5-S-Methode genannt, weil man die fünf Elemente dieser Methode alle mit "S" schreiben kann (vor allem in der englischen Originalsprache).

Die fünf Punkte zur Beruhigung sind folgende:

1.     Stramm einwickeln (Pucken - auf englisch: swaddling)

2.     Seiten-Bauchlage

3.     Schschsch-Geräusche

4.     Schaukeln

5.     Saugen (Finger, Schnuller, Brust)

Jede der fünf Punkte wirkt auch einzeln beruhigend auf ein Baby und wird auch traditionell zum Beruhigen verwendet.

In der oben aufgeführten Kombination und Reihenfolge haben sie jedoch eine starke und schnelle Wirkung, die mit den einzelnen Methoden nicht in dem Maße erreicht wird.

Das bedeutet, auch wenn Pucken, Schaukeln, Geräusche und dergleichen einzeln nicht ausreichen, um ein schreiendes Baby zu beruhigen, kann die konsequente Kombination aller fünf Methoden oft verblüffende Erfolge bewirken.

Die Seiten-Bauchlage wird übrigens nur auf dem Arm tragend genutzt. Wenn man das eingeschlafene Baby ins Bett legt, sollte man es auf den Rücken legen. Durch das feste Pucken fühlt sich das Baby auch auf dem Rücken liegend geborgen.

Begeisterte Anwender der 5-S-Methode nennen sie auch die Kuschel-Therapie, weil sie sehr kuschelig für das Baby ist.



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