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Zwar sind Babies keine rohen Eier, sonst hätte die Menschheit wohl nicht schon seit Jahrmillionen überlebt.

Aber Babies haben über ihre winzige Größe und Zartheit hinaus einige spezielle Empfindlichkeiten. Teilweise sind diese Empfindlichkeiten nicht allgemein bekannt, und über manche weiß man erst seit einigen Jahren Bescheid.

Folgendes ist für Babies im ersten Lebensjahr tabu:

·       Kein Honig

·       Keine starken ätherischen Öle, z.B. Minzöl

·       Keine Wärmflasche am Körper

·       Keine Bauchlage

·       Keine Kuscheltiere ins Bettchen

·       Nicht schütteln

·       Niemals alleine auf dem Wickeltisch

·       Keine kleinen Gegenstände überlassen

Weil sich diese Tabus teilweise nicht von selbst erklären, folgen hier einige erklärende Sätze.

Kein Honig

Obwohl Honig prinzipiell ein sehr gesundes Lebensmittel ist, das sogar Heilkräfte hat, darf man Babies keinen Honig geben.

Das liegt daran, dass Honig manchmal in geringen Mengen das Bakterium Clostridium Botulinum enthält. Dieses Bakterium produziert ein sehr starkes Gift, namens Botulinumtoxin, heutzutage in der Kosmetik zur Faltenglättung unter dem Namen Botox sehr beliebt. Doch wenn das Botulinumtoxin in den Körper gelangt, kann man davon eine schlimme Vergiftung bekommen, die tödlich enden kann.

Die Botulismus-Bakterien im Honig sind nur sehr wenige, doch das Verdauungssystem kleiner Babies ist noch sehr empfindlich. Es hat nicht genug Magensäure, um die Bakterien ausreichend abzutöten.

Daher bildet sich dann im Darm das Botulinumtoxin und kann das Baby vergiften. Das Baby kann daran sogar sterben.

Wenn das Baby erst einmal ein Jahr alt ist und ansonsten gesund ist, kann es dann Honig erhalten.

Kleine Allergiker sollten jedoch mit dem Honig warten, bis sie zwei Jahre alt sind.

Keine starken ätherischen Öle, z.B. Minzöl

Ätherische Öle werden gerne als Hausmittel genutzt, weil sie eine schnelle, deutlich spürbare Wirkung haben und als natürlich gelten.

Minzöl, Eukalyptus-Öl und ähnlich intensive ätherische Öle befreien die Atemwege und helfen bei Erkältungen. Auch gegen schmerzende Gelenke kann man diese ätherischen Öle einsetzen.

Andere ätherische Öle, beispielsweise das sanfte Lavendel-Öl werden gerne in der Duftlampe verdampft, um die Stimmung zu besänftigen.

Doch kleine Babies sind zu empfindlich für diese Öle.

Insbesondere die starken menthol-haltigen Öle wirken wie eine Keule auf den zarten Baby-Organismus. Empfindliche Babies können sogar epileptische Anfälle oder einen Stimmritzenkrampf (Erstickungsgefahr) von solchen Ölen bekommen.

Daher sollte man bei Erkältungen eines Babies unbedingt auf alles verzichten, was stark duftet. Das betrifft auch spezielle Erkältungssalben, die man auf Brust und Rücken schmiert. Mit all dem muss man warten, bis aus dem Baby ein Kind geworden ist und auch dann sollte man starke Düfte nur vorsichtig einsetzen.

Sogar ein zarter Lavendelhauch aus der Duftlampe kann für empfindliche Babies schon zu intensiv sein. Daher sollte man besser darauf verzichten.

Die einzige Anwendung mit ätherischen Ölen, die für Säuglinge sinnvoll und akzeptabel ist, ist ein winziger Hauch Fenchelöl, oder ähnliches, vermischt mit einem guten Pflanzenöl. Dieses fenchelhaltige Öl kann man benutzen, um einen aufgeblähten Babybauch einzureiben, wenn das Baby unter Blähungen leidet.

Keine Wärmflasche am Körper

Wärmflaschen sind geradezu unverzichtbar in der Hausapotheke einer Familie.

Man kann mithilfe der Wärmflasche nicht nur Bauchschmerzen, Menstruationskrämpfe und Rückenschmerzen lindern.

Aber Säuglinge im ersten Jahr können ihre Körpertemperatur noch nicht so gut regeln wie größere Menschen. Der kleine Körper eines Babies wird noch sehr leicht durch die Umgebungstemperatur überhitzt oder ausgekühlt.

Eine heiße Wärmflasche kann das kleine Wesen also so stark aufheizen, dass es überhitzt.

Man kann eine Wärmflasche jedoch nutzen, um beispielsweise den kalten Kinderwagen im Winter aufzuwärmen, bevor man mit dem Baby in die Kälte geht.

Für den wärmebedürftigen Blähbauch des Babies eignet sich besser ein kleines Kirschkernkissen oder ein Dinkelkissen. Solche Wärmekissen sind kleiner als eine Wärmflasche und speichern nicht zu viel Hitze.

 

Keine Bauchlage

Jahrzehntelang wurde empfohlen, junge Babies zum Schlafen auf den Bauch oder auf die Seite zu legen.

Damit wollte man verhindern, dass Säuglinge im Falle des Erbrechens an ihrem Erbrochenen ersticken.

Auf diese Weise wollte man den plötzlichen Kindstod verhindern, der manche Kinder im ersten Lebensjahr töten kann (siehe Seite 95).

Doch in den letzten Jahrzehnten hat man beobachtet, dass Kinder, die beim Schlafen auf dem Bauch liegen, häufiger sterben als Kinder, die auf dem Rücken liegen.

Das hängt wohl damit zusammen, dass bei manchen Kindern in der Bauchlage die Atemwege zugedrückt werden.

Daher wird heutzutage empfohlen, das Baby immer auf den Rücken zu legen, wenn man es zum Schlafen ins Bett legt.

Seit die meisten Babies beim Schlafen auf dem Rücken liegen, ist die Zahl der Opfer des plötzlichen Kindstods deutlich zurück gegangen.

Keine Kuscheltiere ins Bettchen

Ein Teddybär oder gar eine ganze Armada von Kuscheltieren gehört aus der Sicht vieler Menschen in jedes Kinderbett.

Doch heutzutage hat sich die Einstellung dazu geändert.

Der Grund dafür ist, wie bei der empfohlenen Rückenlage, die Gefahr für den plötzlichen Kindstod (siehe Seite 95).

Das Kuscheltier im Bett kann die Atemwege des Säuglings blockieren und so zum Erstickungstod führen. Das gleiche gilt für bauschige Kopfkissen und Federbetten.

Um die Gefahr des plötzlichen Kindstods zu mindern, liegen kleine Babies heutzutage also auf dem Rücken in ihrem Bett ohne Kuscheltiere, Kopfkissen und Bettdecke.

Gewärmt werden sie durch einen Schlafsack, der nicht über das Gesicht rutschen kann.

Für traditionell eingestellte Menschen, vor allem Ältere, ist das nur schwer vorstellbar. Dem kleinen Erdenbürger fehlt durch die moderne Art der Bettung die Gemütlichkeit im Bett, weil alles so kahl ist.

Aber diese Vorgehensweise rettet nachweislich zahlreiche Kinderleben.

Nicht schütteln

Wenn ein Kind stundenlang schreit und die Nerven blank liegen, lässt sich manch ein entnervter Erwachsener dazu hinreißen, das Baby kräftig durch zu schütteln.

Schließlich will man ein Baby heutzutage nicht mehr schlagen, weder ins Gesicht, aber auch nicht auf den Windelpo, denn Schlagen ist absolut tabu.

Nicht alle Erwachsenen wissen jedoch, dass das Schütteln von Säuglingen besonders schlimm sein kann.

Manch ein Baby ist durch eine Schüttelattacke schon gestorben, andere erleiden einen dauerhaften Hirnschaden. Beim Schütteln wird das Gehirn des Babies nämlich von innen an den Schädelknochen geschlagen, bei jeder Schüttelbewegung.

Im Vergleich zu einem Klaps auf den Windelpo ist Schütteln erheblich schlimmer und schädlicher für das Baby. Ein Klaps auf den Po ist jedoch auch keine Lösung, denn ein schreiendes Baby wird dadurch ganz bestimmt nicht ruhig und als Erwachsener fühlt man sich dadurch auch nicht besser - ganz im Gegenteil.

Die einzige Alternative bei nervenzerfetzendem, unstillbarem  Dauergeschrei, das Sie zur aggressiven Verzweiflung treibt, besteht darin, das Kind sanft ins Bett zu legen (oder an einen anderen sicheren Platz) und für eine Weile woanders hin zu gehen, wo man sich beruhigen kann.

Wenn man dann wieder etwas entspannter ist, kann man wieder zu seinem gepeinigtem Schreibaby gehen, falls es nicht doch noch eingeschlafen ist.

Noch besser wäre es natürlich, wenn man einen anderen Erwachsenen findet, der sich um das schreiende Baby kümmert, so lange man sich abregen geht.

Gegen Dauerschreien gibt es jedoch Methoden, die helfen können, wenn man sie konsequent anwendet (siehe Seite 63) Dadurch kann man nicht nur sein Baby beruhigen, sondern auch die eigenen Nerven schonen, sodass es gar nicht mehr zum verzweifelten Schütteldrang kommen muss.

Niemals alleine auf dem Wickeltisch

Nicht einmal für eine Sekunde sollte man sein Baby alleine auf dem Wickeltisch liegen lassen.

Das gilt sogar für Neugeborene, die sich noch gar nicht umdrehen können. Denn es kann sehr leicht passieren, dass sie das Umdrehen ausgerechnet in dem Moment lernen, wenn sie alleine auf dem Wickeltisch liegen.

Der Wickeltisch stellt eine ausgesprochene Sturzgefahr für ein Baby dar.

Wenn das Baby vom Wickeltisch auf den harten Fußboden fällt, kann es ein schweres Schädeltrauma oder eine sonstige Verletzung erleiden.

Falls beim Wickeln ein wichtiger Anruf kommt oder die Milch anbrennt, sollte man das Baby also nicht auf dem Wickeltisch liegen lassen. Nicht einmal eine Sekunde. Im Zweifelsfall wäre es sogar noch besser, es für einige Sekunden auf den Fußboden zu legen. Da ist es zwar hart und ungemütlich, aber wenigstens kann das Baby nicht herunter fallen. Natürlich gibt es auch noch zahlreiche bessere Plätze, um das Baby kurzzeitig hinzulegen, auch wenn der Babypo noch schmutzig ist.

Keine kleinen Gegenstände überlassen

Sobald Babies ihre Hände gezielt benutzen können, stecken sie alles in den Mund, was in ihre Hände gelangt.

Ziemlich oft stecken sie sich auch kleine Gegenstände in die Nase, beispielsweise eine kleine Erbse.

Damit das Baby keine Gegenstände verschluckt oder in die Nase steckt, sollte man solche Dinge gar nicht erst in die Reichweite des Babies gelangen lassen.

Falls das Baby doch einmal etwas verschluckt, kommt es darauf an, was es verschluckt hat.

Wenn es klein und rund ist, beispielsweise eine Erbse oder eine kleine Holzperle, wird der Gegenstand wahrscheinlich durch den Verdauungskanal wandern und schließlich in der Windel landen, ohne Schaden anzurichten.

Aber wenn der Gegenstand groß, scharfkantig oder giftig ist, kann es für das Baby gefährlich werden.

Daher sollte man in einem solchen Fall schnell einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Im Zweifelsfall sollte man den Notarzt anrufen, damit er Tipps für die erste Hilfe geben kann.

Auch bei kleinen Gegenständen in der Nase oder im Ohr sollte man unbedingt einen Arzt hinzuziehen.



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